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Schloss Slovenska Bistrica
Zur Geschichte
Das Schloss, ursprünglich ein Hof, wurde 1227 als Sitz der Pfarre Pohorje erwähnt, später als Sitz des Amtes und des Landesgerichtes. Die ersten bekannten Besitzer dieses Gebietes waren die Spanheims, es folgten ihnen die Babenberger. Nach ihrem Erloschen erlangte 1261 der tschechische König Ottokar II. Přemysl diese Gebiete. 1267 begann die Herrschaft der Habsburger.
Das Schloss wurde 1313 zum ersten Mal als Burg erwähnt, die aber 1384 niederbrannte. Das neue Gebäude musste zahlreiche Belagerungen durchstehen (Ungarn, Baumkirchners Belagerung, Türkeneinfälle). Unter den zahlreichen Verwaltern befanden sich auch die Grafen von Cilli. 1587 ging das Schloss ins Privateigentum über.
Der erste Privateigentümer des Schlosses war die Familie Vetter (später erhielt sie den Adelstitel von der Lillie). Zwischen den Jahren 1590 und 1623 und 1651 entschied sich die Familie für einen Ausbau und Erneuerung des Schlosses, nachdem es die heutige Form und Größe erreichte. Das Schlossinnere erhielt einen trapezförmigen Grundriss mit einem Innenhof und vier Türmen, davon drei eckigen und einem runden Turm an den Seiten und mit einem toskanischen Säulengang auf zwei Ebenen entlang des südlichen Gebäudes.
Andere Eigentümer des Schlosses waren vor 1681 noch die Grafen Wildenstein. Diese Adeligen haben neben dem Schloss auch einen neuen Garten nach Vorbild geometrisch geordneter französischer Gartenkompositionen eingerichtet (die 200 m lange "berühmte" Hainbuchen-Allee). Nach diesem Konzept fügen sich Natur, fließendes Wasser und Plastiken den Vorstellungen des Gestalters.
Die letzten und wichtigsten Eigentümer des Schlosses waren die Grafen Attems. Ignac Marija Attems erwarb 1717 das Schloss von Slovenska Bistrica vom Janez Jožef Wildenstein und führte bis 1721 verschiedene Adaptionen durch. An den Westflügel wurde ein Treppenhaus angebaut, im Ostflügel wurde mit der Verbindung von zwei Etagen der Rittersaal geschaffen. Errichtet wurde noch ein Verwaltungsgebäude. 1721 wurden alle Arbeiten mit Bemalungen der Kapelle, des Treppenhauses und des Rittersaales abgeschlossen. Alle Fresken im Schloss (Rittersaal, Schlosskapelle, Treppenhaus) wurden vom Schloss-Freskomaler der Attems Franz Ignaty Flurer geschaffen. Über der Eingangstür zum Rittersaal erhielt sich auch seine Unterschrift, die er zum Abschluss aller Arbeiten im Jahre 1721 hier hinterließ. Diese Fresken sind das umfassendste und beste Werk von Flurer und gleichzeitig die einzigen unterzeichneten und datierten Fresken in slowenischen Schlössern der Familie Attems und stellen das hochbarocke Ideal eines illusionistisch bemalten Raumes dar. Der Saal ist der Vergötterung von Herkules gewidmet, sein Mythus ist aber ein beliebtes Motiv in der barocker illusionistischen Kunstmalerei. In der Symbolwelt stand er für Stärke und physische Kraft. Alle vier Wände des Rittersaals sind mit reicher Architektur und zahlreichen Figuren und Ornamenten ausgestattet.
Chronik
Das Schloss von Slovenska Bistrica beherbergt seit 1996 den Kulturverband Slovenska Bistrica. Der Verband befasst sich Inhalten für Museen und Ausstellungen-Galerien, sorgt für die Restauration und Erhaltung von Natur- und Kulturdenkmälern. Sie organisieren kulturelle und andere öffentliche Veranstaltungen, widmen sich pädagogischen Inhalten, fungieren als Verlag und arbeiten mit anderen Kulturschaffenden und der Tourismusbranche zusammen.
Ausstellungen
Kontakt: Anlaufstelle für Führungen , Tel.: +386 (0)2 805 53 56, E-Mail-Adresse: vodniki@zavod-ksb.si
Weil das Schloss Slovenska Bistrica und der Schlossgarten nach dem Zweiten Weltkrieg nicht entsprechend gepflegt wurden (im Schloss befanden sich unter anderem auch eine Kaserne und später Sozialwohnungen), verfiel das Schloss bis 1985. Private Interessen und zahlreiche Umbaumaßnahmen im Inneren versetzten dem Schloss einen schweren Schlag. Mit 1985 begannen systematische und seitens des slowenischen Amtes zum Schutz des Natur- und Kulturerbes fachmännisch geführte Renovierungsarbeiten. Weil sich von der ehemaligen Einrichtung des Schlosses fast nichts erhielt, wurden in den renovierten Räumlichkeiten zuerst Ausstellungen organisiert. Somit fanden neue Inhalte ihren Weg zurück ins Schloss und mit diesem wurde ihm auch neues Leben eingehaucht.

Zurzeit können auf dem Schloss folgende Dauerausstellungen und Räumlichkeiten, für welche auch geführte Führung angeboten werden, betrachtet werden:

Die größten Sehenswürdigkeiten sind Fresken aus dem Anfang des 18. Jahrhundert, Werke von Franz Ignac Flurer im Rittersaal, im Treppenhaus und in der Schlosskapelle.
Besondere Aufmerksamkeit gebührt dem Hochzeitssaal mit Fresken aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts und der Galerie Grad mit temporären Ausstellungen. Nur einige Meter vom Schloss befindet sich der Ausstellungsplatz Turm von Grasl. Dieses Gebäude ist für temporäre Ausstellungen angedacht und zugleich ein außerordentliches Exemplar der mittelalterlichen Baukunst.

Andere Sammlungen im Schloss:
- Vinothek mit ausgestelltem Glashüttenglas,
- Ausstellung Römerstraße Celeia–Poetovio,
- Arkos ethnologische Sammlung,
- Gedenkzimmer des Schriftstellers Anton Ingolič,
- Zimmer von Dr. Zora Janžekovič,
- Ausstellung über die Arbeit und das Leben von Jože Tomažič mit altem Klassenzimmer,
- Minerale aus den Gemeinden Slovenska Bistrica, Makole und Poljčane,
- Zimmer der Feldzeichen mit Dokumenten über ausgewiesene Personen,
- Pajtlers Sammlung von Fossilien und Mineralen,
- Sammlung von Gebetsbüchern und sakraler Dokumente,
- Ausstellung Petroleumlampen durch die Zeit,
- Ausstellung Puppen in Trachten aus aller Welt,
- Archäologische Ausstellung in der Burganlage von Ančnik.

Mehr informationen: http://www.zavod-ksb.si/?page_id=3055


 
Schlosspark
Der Schlossgarten als Denkmal der geformten Natur entstand in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Das ursprüngliche geometrische Konzept des Gartens verschwand mit der Zeit; nur die zentrale Achse mit einer Hainbuchen-Allee konnte sich erhalten, währenddessen wurden alle anderen Gartenflächen im freien Landschaftsstil gestaltet. Trotz zahlreicher Veränderungen und Degradationen bieten die Reste des ehemaligen Gartens einen wahrhaftigen Einblick in die Gestaltung von Gärten aus der Vergangenheit. Nach französischen Vorbildern wurde der Garten von den Grafen Vetter gepflanzt. Später wurde dieser noch von den Familien Wildenstein und Attems verschönert. Er dehnte sich in die Breite 85 m und in die Länge 240 m aus. Bis heute hat sich nicht einmal ein Viertel des Gartens erhalten. Die freistehenden Plastiken von Merkur und Herkules und Brustplastiken der Vier Jahreszeiten aus dem Ende des 17. Jahrhunderts sind heute im Schloss Slovenska Bistrica untergebracht. Das Schloss samt eingebrochener Mauer wurde Mitte der 1990-er Jahre ausführlich renoviert. Im Umfeld des ehemaligen Gartens stehen heute: ein Gesundheitszentrum, eine Grundschule, eine Sporthalle und eine neue Straßenanbindung.
Kontakt
Schloss Slovenska Bistrica
Grajska ulica 11, SI 2310 Slovenska Bistrica 
Tel: +386 2 8055355 (Mateja Lešnik), +386 2 8055350 (Tajništvo)
tajnistvo@zavod-ksb.si
www.zavod-ksb.si


Öffnungszeiten
- von Dienstag bis Freitag: von 9 bis 17 Uhr,
- Samstag: von 11 bis 15 Uhr.
Sonntag, Montag und Feiertage geschlossen, außer am 8. Februar zum Slowenischen Kulturfeiertag zwischen 11 und 15 Uhr geöffnet.
Geführte Besichtigungen nach Voranmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Kontakt: Anlaufstelle für Führungen, Tel.: +386 (0)2 805 53 56, E-Mail-Adresse: vodniki@zavod-ksb.si.

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